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Über mich

Gotik






Meine Faszination für gotische sakrale Bauwerke begann in den 70er Jahren während meines Studiums. Unsere Englisch-Dozentin, die wie alle Lehrer in den Sommer-(Semester-)Ferien Urlaub in Groß-Britannien machte, kam zurück und zeigte uns Dia-Bilder von einer Studie über gotische Kathedralen in England (Kathedrale ist eine Kirche mit Bischofssitz, Dom heißt Hauptkirche und Basilika ist die Bezeichnung für eine Hallenkirche). Diese wunderbare, aufwärts strebende Struktur hat mich in ihren Bann gezogen und bis heute nicht verlassen. Von den insgesamt 64 Kathedralen, denen ich noch die Elisabeth-Kirche in Marburg und den Dom in Frankfurt hinzugefügt habe, also insgesamt 66 Bauwerke, konnte ich bereits 56 Kirchen besichtigen. Es handelt sich ausschließlich um Gebäude aus Bruchstein und Gebäude, die in der Zeit vom 12. bis zum 16. Jahrhundert errichtet wurden. Die Kirchen der Backsteingotik an der Südküste der Ostsee sind ausgenommen und werden an anderer Stelle dokumentiert. Die Reise zu den restlichen Kathedralen wird in der näheren Zukunft erfolgen.
Hier möchte ich alle diese gotischen Kirchen zeigen, von denen für mich der Kölner Dom das schönste Gebäude der Welt ist. Er ist perfekt hochgotisch, fast ohne Stilbrüche.




Im Bild links sehen wir die Kathedrale von Lichfield in England.
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 D e u t s c h l a n d

(Insgesamt 11 Kirchen)



D-1. Der Dom zu Köln


Der Kölner Dom ist die größte gotische Kathedrale. Er wurde gebaut von 1252 bis 1532 und von 1842 bis 1880. Es handelt sich um eine 5-schiffige Basilika, mit einer Innenraumhöhe von 46 Metern. Er ist perfekt hochgotisch (völlige Auflösung der Wand , nur Fenster und Pfeiler).








Die Westfassade hat die Fläche eines Fußballfeldes
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D-2. Das Freiburger Münster


Das Freiburger Münster, neben den Kirchen in Ulm und Strassburg mit nur einem vollendeten Turm ausgestattet, hat eine wechselvolle Geschichte und wurde mehrfach umgebaut, so dass die heutige Form entstand. Wie die meisten gotischen Kirchen basieren sie auf den Grundmauern romanischer Vorgängerbauten, deren Spuren man in dieser Kirche, besonders in der Vierung, noch überall sehen kann (Eine Vierung ist der meist quadratische Platz, wo sich Quer- und Längsschiff kreuzen. Ursprünglich als Pfarrkirche gedacht, wurde sie 1827 Bischofssitz des Erzbistums Freiburg. Der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollisch, war Bischof in Freiburg.



Das Freiburger Münster liegt inmitten der Altstadt
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D-3. Das Ulmer Münster


Das Ulmer Münster zeugt in besonderer Weise für das Streben der Bürger, insbesondere die Bürger dieser Freien Reichsstadt, durch imposante Bauwerke andere zu übertreffen. Dies ist den Ulmern insofern gelungen, dass sie eine Kirche mit dem bisher höchsten Kirchturm von 161,53 Metern Höhe haben. Diese Kathedrale war bis zur Errichtung des Eiffelturmes das höchste Bauwerk der Welt.





Das Ulmer Münster war von vorne herein mit nur einem Turm geplant. Dafür hat es kein Querschiff, aber zwei kleinere Türme im Chorbereich. Das ist sein Alleinstellungsmerkmal.
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D-4. Der Magdeburger Dom


Der Magdeburger Dom ist die Grabeskirche Otto I. Ursprünglich als romanische Kathedrale errichtet, wurde sie später umgebaut. Erkennbar ist dies noch heute an den relativ niedrigen Arkaden des Längsschiffes und entgegen den Kirchen der Hochgotik, dass noch relativ viel Wandfläche zu sehen ist. Magdeburg ist während der Herrscherzeit der Ottonen deren Hauptresidenz gewesen, ähnlich wie bei den salischen Kaisern dies in Speyer gewesen ist. Dort wurde der Kaiserdom aber nicht gotisch umgebaut.



Das Fotografieren der Westfassade ist aufgrund der kurzen Entfernung zur Stadtbebauung nur aus der Nähe möglich, deshalb habe ich diese Perspektive gewählt.
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Grabmal Otto I. im Magdeburger Dom


Otto I. (Otto, der Große , 912-973 ) hat die Magdeburg als kaiserliche Pfalz gegründet und zu einem Bistum gemacht. Er gilt als der Begründer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Nach ihm ist das Adelsgeschlecht der Luidolfinger später genannt worden, weil sein Sohn Otto II. und sein Enkel Otto III. den gleichen Namen hatten. Weitere Einzelheiten unter "5. Geschichte".





Der weiße Marmor-Sarkophag steht mitten im Chor des Magdeburger Domes
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D - 5. Der Wetzlarer Dom

Der Wetzlarer Dom gehört eigentlich nicht in die Liste der gotischen Kathedralen, aber weil er nur etwa 30 Km von Grävenwiesbach entfernt steht und ich schon oft dort gewesen bin, habe ich ihn in die Liste aufgenommen. Vielleicht auch, weil er, ohne den Wetzlarern nahe zu treten, ein Beispiel für eine total disharmonische Kirche ist. Er wurde über einen langen Zeitraum hinweg immer wieder in den dann aktuellen Baustilen ergänzt, so dass Teile des romanischen Vorgängerbaus abgerissen und stückweise durch gotisch ersetzt wurden, diese aber in der Westfront fragmentös wirken. Als Spitze auf dem gotischen Turm ist ein barockes Dach. Der Innenausbau ist in der Renaissance verändert worden. Wir treffen hier vier versschiedene Baustile.


Die Wetzlarer Bürger, die ihn für den katholischen Gottesdienst ebenso verwenden wie für den evangelischen, lieben ihre Kirche, und das ist das Wichtigste.
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D - 6. Der Erfurter Dom


Der Erfurter Dom ist die Kathedrale des Bistums Erfurt, das bereits 742 von Bonifatius gegründet wurde. Der aussergewöhnlich lange und große Chor ist durch Erweiterungen und Umbauten sehr einzigartig geworden. Die beiderseits des Überganges vom Hauptschiff, das überbreit und eher hallenartiger wirkt, zum Chor aufragenden Türme sind so einzigartig, dass man die typische kreuzförmige Grundstruktur einer gotischen Basilika nicht findet.





Ich habe den Erfurter Dom im Jahre 1990 besucht, bevor die DDR mit der alten Bundesrepublik wieder vereinigt wurde. Damals war dieser Dom sehr gut erhalten und im Gegensatz zu vielen Kirchen in der DDR nicht dem Verfall preis gegeben worden.
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D - 7. Der Regensburger Dom


Der Regensburger Dom ist eine wichtige Kirche der süddeutschen Gotik. Er ist gleichzeitig Kathedrale des Bistums Regensburg, das im Mittelalter bedeutend war und viel Einfluss auf die Geschicke der katholischen Kirche genommen hat.





Der Besuch des Regensburger Domes im Jahre 2009 bildete den Abschluss einer Studienreise, die mich zu vielen Kathedralen in Frankreich und Italien geführt, aber auch zum Besichtigen historischer Stätten wie Cluny, Alesia oder Canossa animiert hatte.
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D - 8. Der Dom in Xanten






Der Dom in Xanten liegt in unmittelbarer Nähe der Ausgrabungsstätte der römischen Stadt am Niederrhein.





Westfassade
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D - 9. Dom in Halberstadt


Der Dom in Halberstadt war ein Ziel auf meiner Deutschlandtour 2014, weil ich die Kathedrale eben noch nicht besucht hatte. Halberstadt stand auf der Liste meiner gotischen Kathedralen. Ich erfuhr dann bei der Besichtigung, dass diese Kirche seit der Säkularisierung im Jahre 1648 kein Bischofssitz mehr ist, sondern nur noch evangelische Stadtkirche. Das Fürstbistum Halberstadt wurde nach dem 30-jährigen Krieg aufgelöst und die Ländereien dem Fürstentum Brandenburg zugeschlagen.





Da der Dom von Halberstadt eine große Kirche ist und das ehemalige Bistum bei der Christianisierung der Sachsen eine große Rolle gespielt hatte, halte ich es für gerechtfertigt, diese Kirche hier darzustellen, zumal sie auch während der DDR-Diktatur nicht ausreichend unterhalten wurde.
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D - 10. Kaiserdom in Frankfurt


Der Dom in Frankfurt ist keine Kathedrale, denn Frankfurt gehört zum Bistum Limburg. Aber der Dom ist die Krönungs- und Wahlkirche der Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und aus diesem Grunde prädestiniert dazu, hier aufgeführt zu werden. Der Dom ist von seiner Grundfläche her nicht so groß, wie es der Bedeutung zukäme, allerdings in seiner Form besonders herausragend. Er hat nämlich im Längsschiff, dem nördlichen und südlichen Teil des Querschiffes und im Chor jeweils die gleiche Länge, nämlich drei Rippen. Dies soll die Kirche als zentraler Ort des Reiches mit Auswirkung in alle 4 Himmelsrichtungen darstellen. Der Kaiserdom St. Bartholomäus ist wie viele andere gotische Kirchen Nachfolgebau eines romanischen Gebäudes. Warum man einen neuen Dom nicht neben oder auf einen anderen Platz gestellt hat und den alten Bau beibehalten, liegt darin begründet, dass man die Kirche an einen geweihten Platz stellen und für den Neubau auf Steine des abgebrochenen alten Gebäudes zugreifen wollte.




Der Dom in Frankfurt steht am ostwärtigen Rand des historischen alten Stadtkerns, der seit über 1200 Jahren europäische Historie geschrieben hat.
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D - 11. Elisabethkirche in Marburg


Die Elisabethkirche in Marburg ist die älteste gotische Großkirche in Deutschland und aus diesem Grunde hier aufgeführt. Sie ist überschaubar in ihren Ausmaßen, diente aber während der DDR-Zeit als vorübergehende Grablege der Preussen-Könige und des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg mit seiner Frau Gertrud. Während nach der Wiedervereinigung die Preussen-Könige an ihre angestammten Begräbnisstätten in Berlin und Potsdam zurückgeführt wurden, verblieben die Steinsärge der Hindenburgs in der Elisabethkirche.





Während meiner Traktorreise im Jahre 2014 besuchte ich diese Kirche.
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F r a n k r e i c h
(Insgesamt 16 Kirchen)



F - 1. Die Kathedrale in St. Denis

St. Denis ist heute ein nördlicher Stadtteil von Paris, war aber im Mittelalter das bedeutendste Zentrum sakraler Baukunst. Hier wurde erstmals ein gotischer Bogen verwendet, als der damalige Abt Sugar (1081 - 1151) möglicherweise auch der Baumeister war, weil kein anderer Baumeister in den Quellen erwähnt wurde. Ein Baumeister während der Gotik war Architekt, Künstler, Handwerks-Obermeister, Statiker und Planer in einer Person. Er leitete die Bauhütte, das ist die ganze Bau-Organisation rund um die Baustelle und umfasste mehrere Tausend Arbeitskräfte mit ihren Familien.



St. Denis ist die Grablege-Kirche der fränkischen und französischen Könige. Während der Französischen Revolution wurden die Gräber geplündert, viele Kunstwerke zerstört und die sterblichen Überreste in einem Massengrab beigesetzt.
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Grablege in der Kathedrale in St. Denis






Die Gräber der fränkischen und französischen Könige sind in dieser Kirche. Der erste fränkische Merowinger-König Chlothar I. (558–561) wurde hier beigesetzt und seitdem alle fränkischen und französischen Könige mit wenigen Ausnahmen. Die Gräber der napoleonischen Herrscher findet man in Paris im Invalidendom.



Wir sehen hier einen Teil der Gräber im südlichen Seitenschiff. Als ich diese Kirche das erste mal besuchte, konnte ich noch ungehindert zwischen den Stein- und Marmorsärgen umher gehen, heute ist dieser Bereich abgesperrt und man kassiert Eintritt.
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F - 2. Die Königskathedrale in Reims



Eine der schönsten und beeindruckensten Kathedralen steht in der Champagne. Sie diente seit Ihrer Weihe zur Krönung der französischen Könige. Hier in einem Vorgängerbau wurde auch der Frankenkönig Chlodwig um das Jahr 500 vom Reimser Bischof zum katholischen Christentum getauft. Das beeindruckende ist, dass die Kirche je nach Tageszeit entweder rötlich oder gelb schimmert. Der Bruchstein wurde in einer bestimmten Tiefe im Flachland der Champagne gewonnen. Ein Stein, der für solch ein Gebäude ideal ist, muss auf der einen Seite leicht zu bearbeiten, aber hart genug zur Erfüllung der statischen Funktionen geeignet sein. Einen besonderen Eindruck gewinnt man, wenn man in den Abendstunden von der Autobahn kommend schnurstracks auf die angestrahlte Westfassade zu fährt. Die Kirche wird immer größer und größer, es kommt einem vor wie eine Ewigkeit, um die ca. 15 Km zu fahren.



Es ist kein Ruhmesblatt, dass die Kathedrale im I. Weltkrieg von den Deutschen mit weitreichenden Artilleriegeschützen in Brand geschossen wurde. Ein Holzgerüst fing Feuer und entzündete die ganze Kirche. Danach hat man die Kathedrale wieder aufgebaut und die hölzernen Balken im Dachgestühl durch eine Stahlbeton-Konstruktion ersetzt.
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Ein wichtiges gotisches Stilelement - die Rosette



Nicht nur die Idee zu haben, so ein phantastisches Kunstwerk zu entwickeln, sondern die Fähigkeit, dies vor fast Tausend Jahren in die Tat um zu setzen, gibt den heutigen Forschern noch immer Rätsel auf. Eine der schönsten Rosetten kann man in Straßburg bewundern. Sie können bis zu 12 Meter Durchmesser erreichen.
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F - 3. Notre Dame de Paris



Als Paris-Besucher kommt man an dieser Kathedrale nicht vorbei. Sie ist trotz ihrer Größe mit einer relativ kurzen Bauzeit von etwa 180 Jahren rein frühgotisch ohne Stilbrüche. Leider ist sie während der Französischen Revolution mehrmals geplündert worden.



An den Sommerwochenenden ist ein Besuch nicht zu empfehlen, denn die Touristenströme verursachen lange Schlangen, wie man bei meinem letzten Besuch unschwer erkennen kann.
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F - 4. Laon



Sie gilt als eine der ältesten Kathedralen in Frankreich, wurde etwa gleichzeitig mit der Kathedrale von Chartres erbaut. Man kann noch die ursprünglichen Rundbögen der Romanik erkennen, die während der Bauzeit in Spitzbögen umgebaut, bzw. auf deren Etage dann gotisch weitergebaut wurde. Die Idee der nach oben strebenden Kirche, war ja mit Cluny bereits in der Romanik verwirklicht. Der Übergang ist hier deutlich zu erkennen.



Man hat bei der Onamentik dieses Gebäudes die Verdienste der als Energiespender eingesetzten Tiere (Pferde, Kühe, Ochsen) dadurch gewürdigt, dass viele überlebensgroße Figuren zu erkennen sind. LAON liegt nördlich von Paris.
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F - 5. Amiens



AMIENS liegt ebenfalls nördlich von PARIS und die Kathedrale ist eine schöne aus gelblichem Sandstein gebaute Kirche. Sie galt als Vorbild für den Bau des Kölner Domes. Die Grundstruktur dieser 5-schiffigen Basilika mit den gleich-hohen Seitenschiffen und der mehrschiffig umgebene Chor sind die Hauptbeweise für den Zusammenhang mit Köln. Wahrscheinlich war der Kölner Baumeister aus AMIENS gekommen. Sie ist in den Ausmaßen etwa 80 % des Kölner Domes und wirkt nicht so kompakt, weil die Höhe des Längsschiffes nicht so groß ist.



Die Kathedrale von AMIENS ist ebenso wie diejenigen in BEAUVAIS und LAON von den Bürgern der Städte erbaut und keine Klosterkirche.


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F - 6. Beauvais



Die Kathedrale von Beauvais sollte die größte in ganz Frankreich werden. Sie war 40 Meter länger geplant als Notre Dame in PARIS und die Dachspitze des Längsschiffes sollte alle anderen Kathedralen überragen, die Innenhöhe sollte über 50 Meter hoch sein (Kölner Dom 43,35 m). Die schlanken, fast zierlich wirkenden Säulen konnten die Anforderungen an die Statik nicht füllen. Der Vierungsturm drohte beim Bau einzustürzen und die ganze Kirche zu zerstören. Der Sage nach wurde von den Bürgern einem zum Tode verurteilten Delinquenten angeboten, dass sein Leben verschont würde, wenn es ihm gelänge, den Vierungsturm abzubauen oder abstürzen zu lassen, ohne das Gebäude zu zerstören. Dies gelang ihm und er wurde am Leben gelassen. Allerdings bestand der ganze Bau, den man bisher errichtet hatte, aus dem Chor, dem Querschiff und nur einer Rippe des Längsschiffes. Das zu hohe Gebäude war nie richtig stabil und bei meinem ersten Besuch im Jahre 1997 durfte man dieses Gebäude nur auf eigene Gefahr betreten, denn es war einsturzgefährdet und mit dicken Holzbalken überall abgestützt und verstrebt. Als Gotteshaus war die Kirche nicht brauchbar.



Heute ist die Kathedrale mit Streben und Stützen, die sich ein wenig harmonisch in das Gebilde einfügen, sicher stabilisiert und durch einen hellen Farbanstrich freundlich und sehr beachtenswert als Gotteshaus nutzbar. Man kann nun ganz deutlich die Überforderung der Physik durch Menschen mit unverhältnismäßigem Größenwahn erkennen und sie hat mir gesagt, dass dem Wirken der Menschen doch irgendwo Grenzen auferlegt sind, bzw. es wachsen nicht alle Bäume in den Himmel. Wer das nicht wahrhaben will, der sollte nach BEAUVAIS fahren......
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F - 6. Beauvais - 2








Hier sind die Verstrebungen deutlich zu erkennen.



Eine phantastische Kirche
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F - 6. Beauvais - 3





Hier sehen wir die Kathedrale von Beauvais in der Außenansicht. Diese Front ist riesig hoch, aber "nur" die Front des Südflügels, der als Haupteingang genutzt wird. Wie hoch wäre erst eine Westfront mit entsprechenden Türmen geworden?

Im Außenbereich ist durch eine Bepflanzung des Geländes mit Wachholder-Sträuchen die ursprünglich geplante Fläche des Hauptgebäudes dargestellt und man kann einen Eindruck von dem Gebäude erlangen, wie es geworden wäre, wenn die Statik das alles mitgemacht hätte.
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F - 7. Chartres


Die Kathedrale von Chartres ist eine der ältesten gotischen Kathedralen. Sie wurde von der Stadtbevölkerung gebaut, ist also keine Klosterkirche wie die in SENS oder St. DENIS. Diese Kirche wirkt besonders hoch, weil sie auf einem Bergrücken steht und weit ins Flachland zu sehen ist. CHARTRES ist eine Kleinstadt, etwa 70 Km südlich von PARIS mit einer wurderschönen erhaltenen Altstadt. In jedem Lokal kann man Essen wie "Gott in Frankreich". Im Gespräch mit den Einwohnern von CHARTRES erhält man das Gefühl, als wenn jeder sich für diese Kirche begeistert und als Mittelpunkt ihres Lebens ansieht. Hier wurde auch die Idee der doppeltürmigen Westfassade mit Spitzturm geboren, obwohl die wenigsten Kirchen in Frankreich Türme mit einem spitzen achteckigen Dach, bzw. Abschluss haben. Hier in CHARTRES sind diese spitzen Türme auch nicht symmetrisch.



Die Kathedrale von CHARTRES ist U N E S C O - Welt-Kulturerbe
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F - 7. Chartres -2




Die Kathedrale von Chartres wurde an besonderen Tagen bei Einbruch der Dunkelheit beleuchtet, um darzustellen, dass die Außenfassaden zum Teil bunt angemalt waren. Es wurden mögliche Farbmuster an die Westfassade projiziert. Wie dies farblich tatsächlich ausgesehen hat, ist nicht überliefert, Farbreste wurden nur ganz fragmentös nachgewiesen.



Von einer Parkbank aus war dies eine sehr beeindruckende Installation.
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F - 8. Das Straßburger Münster



Das Straßburger Münster gehörte während der Bauzeit im 14. Jahrhundert zum deutschen Kulturbereich, weil das ELSASS zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte, was sich im Laufe der Geschichte mehrmals änderte und heute gehört es für uns selbstverständlich nach Frankreich, was aber im europäischen Geist und im Sinne der Römischen Verträge von 1960 völlig "wurscht" ist.



Die Westfassade mit nur einem vollendeten Turm passt genau in die Zeit. Man konnte sich letztlich nicht auf eine symmetrische Westfassade einigen, und dann war plötzlich auch die Zeit der Gotik vorbei und man beließ es bei der heutigen Westansicht.
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F - 9. Cluny



Das Kloster CLUNY in BURGUND spielte im 10. und 11. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Als Benediktinerabtei 910 gegründet, erhielt sie Autonomie von jeglicher weltlicher Gewalt und freie Abtwahl. Diese Erneuerungen mit der strengen Auslegung der benediktinischen Regeln ermöglichten eine Entwicklung zu einem der wichtigssten Machtzentren in Europa. Die Klosterkirche war zu ihrer Zeit das größte Gebäude der Welt, eine mit zwei Querschiffen ausgestattete, nach oben strebende Kirche mit Rundbögen im gotischen Sinne, d.h. nach oben strebend, hell und Auflösung der Wand. Cluny III gilt als ein wichtiger Baustein zur Entwicklung eines selbständigen gotischen Baustils.



Da diese Kirche während der französischen Revolution gesprengt wurde (es existiert noch ein schmaler hoher Teil eines Querschiffes- siehe nächstes Bild), kann man nur noch an einigen Resten der Grundmauern und Basen der Arkadensäulen die Ausmaße abschätzen. Innerhalb der ehemaligen Klosteranlage gibt es eine virtuelle Führung mittels eines dreidimensionalen Filmes (Computeranimation), der mich so fasziniert hat, dass ich mir diesen Film zweimal angeschaut habe.
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F - 9. Cluny -2



Hier sehen wir den noch übrig gebliebenen Teil des größeren südlichen Querschiffes (westliches Querschiff) in seiner enormen Höhe. Nur auf dem Modell kann man das Ausmaß des gesamten Gebäudes erkennen.



Auf meiner zweiten Frankreich-Kathedralen-Tour vor einigen Jahren hatte ich CLUNY zunächst nicht auf der Agenda, aber zufällig habe ich die Autobahn-Ausfahrt CLUNY gelesen und spontan einen Abstecher dort hin gemacht. Ein sehr glücklicher Zufall.
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F - 10. Troyes



Am südwestlichen Rand der Champagne liegt das Städtchen TROYES, das sehr beschaulich wirkte und eine wunderschöne gotische Kathedrale besitzt. Die Westfassade nicht vollendet, nur ein unvollendeter Turm ohne Oktogon, aber innen sehr sehr schön.



An allen Kathedralen muss ständig gearbeitet und Verbessert werden, sonst sind sie dem Verfall preisgegeben. Auch trotz der Baugerüste und Verkleidungen kann man die Herrlichkeit dieser Bauwerke erkennen und bewundern.
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F - 10. Troyes -2



Ein Blick in das Innere der Kathedrale ist immer wieder faszinierend. Diese nach oben strebenden Linien und die wunderschönen Fenster lassen uns immer wieder darüber staunen, wie die Baumeister vor 800 Jahren so etwas zustande gebracht haben.



Wir sehen hier das Querschiff der Kathedrale von Troyes
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F - 11. Sens

Die Kathedrale von SENS ist eine alte Klosterkirche, das Städtchen liegt auch am Rande der CHAMPAGNE. Die Bauherren von SENS behaupten, dass dort der erste gotische Spitzbogen gebaut wurde, und nicht in St. DENIS. Der Streit ist müßig, alle Spitzbögen sind wunderschön.

Als ich diese Kathedrale in SENS besuchte, war in der Stadt Jahrmarkt und ich konnte mangels meiner Französisch-Kenntnisse nie richtig erfahren, was dort eigentlich gefeiert wurde. Jedenfalls gab es dort auch einen lieblichen Weißwein zu trinken und ein ortsansässiger JOHN-DEERE-Händler stellte Klein- und Rasentraktoren aus. JOHN-DEERE ist übrigens auch der weltgrößte Rasenmäher-Hersteller ;-)
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F - 12. Orleans



Die Kathedrale von Orleans ist an der Westfassade disharmonisch und im Inneren sehr streng und wirkt total schmucklos.



Eigentlich hätte Johanna von Orleans (Jeanne d`Ard) eine schönere Kathedrale verdient. Sie ist als Reiterstandbild in der Blickachse zur Westfassade aufgestellt. Leider ist die Kirche durch eine befahrene Querstraße von dem Fußgänger- und Einkaufsbereich abgeschnitten. Die Kirche dominiert von außen nicht das Stadtbild und beim Hinein fahren in die Stadt (aus Richtung Paris kommend), wird man zuerst von einer anderen, kleineren schönen gotischen Kirche abgelenkt.
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E n g l a n d
(insgesamt 21 Kathedralen)

Canterbury, Westminster Abbey, Ely, York, Wells, Gloucester, Winchester,"King’s College Chapel in Cambridge", Salisbury, Lincoln, Exeter, Beverley, Bristol, Durham, Hereford, Lichfield, Worcester, Peterborough, Ripon, Oxford, St. Albans

Wir sehen hier die Kathedrale von Canterbury, dem Bischofssitz des kirchlichen Oberhauptes der anglikanischen Kirche. Die britische Königin ist das politische Oberhaupt der Kirche in England. Von DOVER nach CANTERBURY sind es nur ein paar Kilometer, aber Vorsicht, in England wird auf der falschen Straßenseite gefahren ;-)

Diese wunderschöne Kathedrale liegt total abgeschottet und durch Häuserreihen und Mauern von der Außenwelt abgeschirmt. Es wurden 12 Pfund Eintritt verlangt, umgerechnet 16 Euro..... wenn das der liebe Gott erfährt.....
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